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Es muss nicht immer vor dem Kadi enden

Artikel, erschienen am 26.09.2005

 

Mediation als Möglichkeit der konstruktiven Konfliktlösung


Was ist Mediation?

Mediation ist ein außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren, das gegen Ende der 60er Jahre in den USA entwickelt wurde und bei dem die Parteien selbstbestimmt zu einvernehmlichen Problemlösung gelangen.

Ausgangspunkt hierfür ist die Annahme, dass die Konfliktparteien prinzipiell fähig sind, die für sie beide akzeptable Lösung gemeinsam zu finden.

Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die Beteiligten wieder in ein Gespräch kommen, so dass die Meinungen und Sichtweisen der einzelnen Parteien wieder gehört werden.

Hierbei hilft ihnen ein neutraler, fundiert ausgebildeter Dritter – der Mediator. Seine Aufgabe besteht darin, mit geeigneten Kommunikations- und Verhandlungstechniken den ins Stocken geratenen Verständigungsprozess zwischen den Parteien wieder in Gang zu bringen und ihn weiter so zu fördern, dass den Parteien eine Klärung der Streitpunkte ermöglicht wird.

Der Mediator selbst greift nicht in den Prozess der Lösungsfindung ein; dies ist rein die Aufgabe der streitenden Partein. Durch seine vermittelnde Tätigkeit hilft er lediglich den Streitenden bei der Erarbeitung ihrer Konfliktlösung. Es ist also nicht seine Aufgabe, einen Schiedsspruch zu fällen, Lösungsvorschläge zu machen oder gar Verurteilungen auszusprechen.

Ziel der Mediation ist eine Vereinbarung, die für alle Konfliktparteien akzeptabel ist und auch für die Zukunft bestand hat.

Das Mediationsverfahren selbst unterliegt keinen gesetzlichen Regeln und Formzwängen, verläuft aber meist in fünf Phasen:

Im Vorgespräch erläutert der Mediator die Grundlagen der Mediation, informiert über ihren Ablauf und klärt mit den Parteien die weitere Vorgehensweise.

Daraufhin erfolgt die Klärung der Konfliktfelder. Hierzu werden alle Informationen gesammelt und jede der Parteien erhält die Gelegenheit, den Konflikt aus ihrer Sicht zu schildern.

In der nachfolgenden Phase der Konfliktbearbeitung spielt das Unterscheiden von Positionen und Interessen eine wichtige Rolle.

Unterschiedliche Sichtweisen werden dargelegt und die hinter dem Konflikt verborgenen Gefühle, Wünsche und Interessen werden erhellt, um sie in Hinblick auf die anstehende Entscheidungsfindung mit einbeziehen zu können.

Wenn durch die nun vorangegangene Phase ein gegenseitiges Verstehen ermöglicht wurde, folgt nun die Entwicklung von Lösungsoptionen durch die Konfliktparteien.

Thilo Alexander Bals
- Rechtsanwalt -

 

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